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Vorsorge


Die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, die wir Ihnen in dieser Praxis anbieten können, sind Untersuchungen zur Krebsvorsorge:

Hautkrebs:
Ab dem 01.07.2008 gestatten die gesetzlichen Krankenkassen ihren Mitgliedern ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung auf Hautkrebs bei "geeigneten" Ärzten.

Als "geeignet" gelten Hausärzte und Hautärzte, denen in einem acht-stündigen (!) Mini-Kurs gezeigt wurde, wie Hautkrebs aussehen soll (vier Stunden) und wie das Screening zu dokumentieren ist (weitere vier Stunden). Aber die Hautkrebsvorsorge gehört zu den dermatologischen Fragestellungen, die höchste Qualifikation und Erfahrung erfordern. Ein Hautarzt wird über viele Jahre in seiner Facharztausbildung für die Beurteilung hautkrebsverdächtiger Areale ausgebildet und hat zudem langjährige praktische Erfahrung darin. Dies ist nicht durch einen Tageskurs zu ersetzen! (Was würden unsere weiblichen Patienten davon halten, wenn wir Dermatologen uns nach solch einem Crash-Kurs befähigt fühlen, die Brust abzutasten und das Brustkrebsvorsorge zu nennen?)

Ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop) und Verlaufsdokumentation unklarer Hautveränderungen sind nicht Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung und müssten gesondert vom Patienten mit ca. 15 € bezahlt werden, der im Glauben in die Praxis kommt, alles sei von den Kassen abgedeckt. Die Auflichtmi-kroskopie (Dermatoskopie) ist aber bei der Diagnostik der pigmentierten Hautveränderungen Facharztstandard, d.h. ein verlässliches Screening ist ohne Auflichtmikroskopie fast wertlos. Mit Auflichtmikroskop liegt die Treffsicherheit eines erfahrenen Dermatologen bei 85-90%. Diese Umstände sind den Patienten, die teilweise durch Werbeaktionen der Kassen mit einer Gratis-Erwartungshaltung kommen, nicht vermittelbar und bergen Konfliktpotenzial.

Aus Gründen der ärztlichen Sorgfaltspflicht und der krankheitsbezogenen Gleichbehandlung unserer Patienten (schwarzer Hautkrebs ist die häufigste tödliche Krebserkrankung der unter 30 Jährigen) haben wir Dermatologen in Südhessen uns entschlossen, nicht an dem neu aufgelegten "Spar"-Programm der gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung in Hessen teilzunehmen.

Wir bieten das Hautscreening nach Facharztstandard wie in der Vergangenheit und in der gebotenen Qualität weiterhin als Selbstzahlerleistung an (mit Ausnahme der Versicherten der BKK Merck und Heag, für die ein Sondervertrag existiert, der auch nach dem 01.07.2008 weiterläuft). Verschiedene BKKs haben mit uns dieses Programm an über 6000 Patienten über Jahre entwickelt und wir haben den Erfolg unserer Maßnahmen in der Aufspürung früher krebsartiger Hautveränderungen wissenschaftlich bewiesen. Die Untersuchung wird nach der gültigen GOÄ abgerechnet und kostet mit Auflichtmikroskop wie bisher 30 Euro.

Wir empfehlen trotzdem, unsere Rechnung bei Ihrer Krankenkasse einzureichen. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir allerdings keine Gewähr für die Erstattung übernehmen können. Für weitere Auskünfte in dieser Sache stehen wir Ihnen während der Vorsorgeuntersuchungen zur Verfügung

Wir machen darauf aufmerksam, dass Ihre Kasse eine Liste der Ärzte bereithält, die ungeachtet Ihrer Ausbildung bereit sind, den Hautkrebscheck auf Kasse durchführen .

Ab 1.1.2009 sollen zudem alle Hautkrebs-Befundbögen online an die Kassenärztliche Vereinigung via Internet übertragen werden. Dieses Vorgehen lehnen wir aus Gründen des Vertrauens- und Datenschutzes ohne expliziten gesetzlichen Schutz der Arztpraxen-EDV und der Patientendaten generell ab. Ihre personenbezogenen Daten verbleiben in unserer Praxis.

Die privaten Krankenkassen übernehmen diese Leistung weiterhin selbstverständlich im Facharztstandard.

Dazu noch eine aktuelle Meldung der DAK.

Schauen Sie zum Thema Hautkrebs auch einmal hier herein.

Prostatakrebs:
Eine Vorsorgeuntersuchung auf Prostatakrebs steht Männern ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich zu Lasten der Krankenkasse zu. Diese kann in unserer Praxis durchgeführt werden. Dabei werden die äußeren Genitalorgane, der Enddarm, die Prostata-Drüse und die Lymphknoten in der Leistenregion kontrolliert. Bitte melden Sie sich für diese spezielle Vorsorgeuntersuchungen am Empfang an, da Sie dort einen Set für die Untersuchung des Stuhls auf Blut erhalten.

Weitere Krebs-Vorsorgeuntersuchungen:
Rund 30.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an Darmkrebs. Dem haben die Ärzte den Kampf angesagt, denn: Darmkrebs lässt sich behandeln! Ab dem 55. Lebensjahr haben Patienten daher – weltweit einmalig – die Möglichkeit, sich mittels einer Darmspiegelung untersuchen zu lassen. Ein Arzt untersucht dabei den gesamten Dickdarm auf Vorläufer des Darmkrebses und kann diese sogar direkt entfernen. Dieses Verfahren ist nach der Auffassung von Experten die wirksamste Methode, um Darmkrebs zu verhindern. Dazu überweise ich Sie gerne an einen Facharzt, der diese Untersuchungen in der Praxis auch in einer Kurznarkose durchführt, so dass Sie vor einer derartigen Untersuchung keine Angst zu haben brauchen.

Frauen können ab dem 20. Lebensjahr jährlich eine Krebsvorsorge in Anspruch nehmen. Bis zum 30. Lebensjahr steht dabei die Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses im Vordergrund. Danach kommt das Abtasten der Brustdrüsen und der zugehörigen Lymphknoten hinzu. Außerdem erhält die Frau eine Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust.

Bei Privatpatienten gibt es für die oben genannten Vorsorgeuntersuchungen keine Altersbeschränkung.

Weitere wichtige Vorsorgemaßnahmen die Sie bei uns erhalten können:

FSME-Impfung:
Zwei gefährliche Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden können, sind die Borreliose und die Hirnhautentzündung (Frühsommer-meningo-encephalitis, FSME).
Die Borreliose ist eine Art bakterieller Erkrankung, die zu einer charakteristischen Hautveränderung führen, und die erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden kann. Unbehandelt können sich schwere Spätschäden, wie z.B. Arthrose, entwickeln.

Die FSME ist dagegen eine Viruserkrankung; die Behandlung ist, wie bei allen Viruserkrankungen, entsprechend schwierig. Da sich die FSME zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild entwickeln kann, ist ein Schutz umso wichtiger. Dieser Schutz kann durch eine Impfung erreicht werden. Da es in der Region Darmstadt und Odenwald bereits zu mehreren schwerwiegenden Infektionen gekommen ist, raten die Gesundheitsbehörden allen Menschen, die sich gelegentlich in Wald-, Busch- und Wiesenregionen aufhalten, zu einer FSME- Impfung. Weitere Informationen finden Sie auch hier.

Grippe-Impfung:
Denken Sie rechtzeitig daran, sich mit dem aktuellen Grippe-Impfstoff behandeln zu lassen.

Bringen Sie bitte zu Impungen Ihren Impfpass mit. Denken Sie bitte daran, dass Impfungen mindestens im Abstand von einer Woche zu einer Hyposensibilisierung durchgeführt werden müssen.

Hier ein zusammenfassender Überblick über die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen:
- Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen für Frauen

Alter Früherkennungsuntersuchung Was wird gemacht?
20 Früherkennung Gebärmutterhalskrebs und Krebserkrankungen des Genitales jährlich:
• Anamnese (gezielte Erhebung der medizinischen Vorgeschichte der Patientin)
• Untersuchung der äußeren und inneren Geschlechtsorgane
• Abstrich zur Zellgewinnung vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhalskanal mit nachfolgender mikroskopischer Untersuchung der Zellen
• Beratung über das Ergebnis
ab 30 Früherkennung Brustkrebs jährlich:
• Abtasten der Brustdrüsen und der regionären Lymphknoten (Achselhöhlen)
• Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust
• Beratung über das Ergebnis
ab 35 Check-up 35+:
Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen
alle zwei Jahre:
• Anamnese (gezielte Erhebung der medizinischen Vorgeschichte der Patientin)
• körperliche Untersuchung
• Kontrolle des Cholesterins und des Blutzuckers
• Kontrolle des Urins
• Beratung über das Ergebnis
ab 50 Früherkennung Darmkrebs • gezielte Beratung über Ziel und Zweck des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms
jährlich:
• Test auf nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl
• Enddarmaustastung
• Beratung über das Ergebnis
ab 50 Früherkennung Brustkrebs alle zwei Jahre bis zum Ende des 70. Lebensjahres:
• Röntgen-Untersuchung (Mammographie-Screening) der Brust
• Beratung über das Ergebnis
ab 55 Früherkennung Darmkrebs • gezielte Beratung über Ziel und Zweck des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms
• Darmspiegelung (Koloskopie)
• Beratung über das Ergebnis
nach zehn Jahren:
• zweite Darmspiegelung
oder:
• alle zwei Jahre: Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl
• Beratung über das Ergebnis

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Früherkennungsuntersuchungen für die genannten zeitlichen Abstände (also z.B. den Check-up 35: ab 35 Jahren, alle zwei Jahre). Sollten Sie eine Untersuchung in einem kürzeren Abstand als angegeben in Anspruch nehmen, machen Sie bitte Ihren Arzt darauf aufmerksam, da er diese Untersuchung dann nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen kann, sondern privat berechnen muss.

- Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen für Männer

ab 35 Check-up 35+:
Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen
alle zwei Jahre:
• Anamnese (gezielte Erhebung der medizinischen Vorgeschichte der Patientin)
• körperliche Untersuchung
• Kontrolle des Cholesterins und des Blutzuckers
• Kontrolle des Urins
• Beratung über das Ergebnis
ab 45 Früherkennung Krebserkrankungen der Prostata und des äußeren Genitales jährlich:
• Anamnese (gezielte Erhebung der medizinischen Vorgeschichte des Patienten)
• Inspektion und Abtasten der äußeren Geschlechtsorgane
• Enddarmaustastung zur Untersuchung der Prostata
• Untersuchung regionärer Lymphknoten
• Beratung über das Ergebnis
ab 50 Früherkennung Darmkrebs • gezielte Beratung über Ziel und Zweck des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms
jährlich:
• Test auf nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl
• Enddarmaustastung
• Beratung über das Ergebnis
ab 55 Früherkennung Darmkrebs • gezielte Beratung über Ziel und Zweck des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms
• Darmspiegelung (Koloskopie)
• Beratung über das Ergebnis
nach zehn Jahren:
• zweite Darmspiegelung
oder:
• alle zwei Jahre: Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl
• Beratung über das Ergebnis

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Früherkennungsuntersuchungen für die genannten zeitlichen Abstände (also z.B. den Check-up 35: ab 35 Jahren, alle zwei Jahre). Sollten Sie eine Untersuchung in einem kürzeren Abstand als angegeben in Anspruch nehmen, machen Sie bitte Ihren Arzt darauf aufmerksam, da er diese Untersuchung dann nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen kann, sondern privat berechnen muss.