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Hautkrebs



Pro Jahr erkranken in Deutschland ca. 75.000 Menschen neu an Hautkrebs, davon etwa 6.900 an einem malignen Melanom. In den letzten Jahren hat die Zahl dieser Erkrankungen drastisch zugenommen. Die jährlicher Steigerungsrate (Inzidenzrate) beträgt 4%, und steigt damit schneller als bei allen anderen Krebserkrankungen. In Europa gibt es zur Zeit jährlich etwas 63.000 neue Melanomfälle und 17.000 Todesfälle durch den schwarzen Hautkrebs. Melanome bilden nur etwa 4% alle Hauttumore, verursachen aber 77% der Hautkrebs-Todesfälle.

Kaum eine andere Geschwulst lässt sich so häufig mit persönlichen Verhaltensweisen in Verbindung bringen, wie es beim Hautkrebs der Fall ist. Der alarmierende Anstieg der Krankheit gilt als Folge des weitverbreiteten Wunsches nach Bräune um jeden Preis. Dabei gehört übermäßige Sonnenbestrahlung zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs. Ein Risiko, das sich vermeiden lässt!

Hautkrebs ist wie kaum eine andere Krebsart früh erkennbar, weil er sich äußerlich sichtbar entwickelt. Deshalb bietet die regelmäßige Selbstbeobachtung und der Hautkrebs-Check beim Dermatologen eine große Chance, diese bösartige Erkrankung bereits in einem frühen Stadium zu entdecken. Und je früher der Tumor erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen - bei Hautkrebs sind sie sogar außerordentlich gut.

Haut und Bräune
Die ultravioletten Strahlen entfalten an der Haut unterschiedliche Wirkungen, von denen die augenfälligste Reaktion relativ rasch beobachtet werden kann: die Bräunung der Haut. Dabei werden die Pigmentzellen, die Melanozyten, durch die UV-Bestrahlung angeregt, über einen komplizierten Prozess braunen Farbstoff, das sog. Hautpigment zu bilden. Dadurch erscheint die Haut "braun". Werden die Hautzellen im Zuge des Erneuerungsprozesses der Oberhaut abgestoßen, geht natürlich auch der braune Farbton der Haut wieder verloren. Die braune Substanz, das Melanin, setzt sich wie eine Haube auf die Zellkerne und sorgt dadurch dafür, dass die UV- Strahlen abgeblockt werden. Wenn die UV Strahlen ungehindert bis zu den Zellkernen gelangen, bewirken sie Veränderungen im Erbgut. Manchmal kann die Zelle die Schäden reparieren; im schlimmsten Fall bleibt die Zelle dauerhaft beschädigt und kann zum Hautkrebs werden.

Hautbräunung ist Schutzreaktion
Die Bräunung der Haut ist also, ebenso wie die Hautverdickung, die als "Lichtschwiele" nach einer längeren UV-Bestrahlung mit UVB-Anteil auftritt, ein Schutzmechanismus der Haut. Überschreitet die Bestrahlung einen gewissen, von Mensch zu Mensch unterschiedlich hohen Grenzwert ( die sog. Erythemschwelle ), so treten akute Hautschäden auf. Mit einer Zeitverzögerung von mehreren Stunden kommt es zur Rötung und Schwellung der bestrahlten Haut, d. h. zum Sonnenbrand. Wird die so bereits überstrapazierte Haut weiter den UV-Strahlen ausgesetzt, entstehen Blasen, und bei noch weiterer Bestrahlung gehen schließlich die oberflächlichen Hautanteile zugrunde: Das Gewebe stirbt ab.

Solarien - eine Alternative?
Viele, die um die schädlichen Wirkungen der Sonne wissen, weichen auf eine scheinbar ungefährlichere Alternative aus: die Solarien. Dabei ist es keineswegs erwiesen, dass die künstliche Sonne eine entschärfte Variante der natürlichen ist. Der UVB-Anteil der Strahler ist bei den meisten Geräten zwar reduziert, der UVA-Anteil jedoch weit über das natürliche Maß erhöht worden. Welche Folgen das - neben der vorzeitigen Hautalterung - auf Dauer haben kann, wissen selbst Experten noch nicht genau einzuschätzen. Es wäre jedoch illusorisch anzunehmen, dass Solarien keinerlei Krebsrisiken mit sich bringen. Es gibt kein UV-Licht, das Bräune bewirkt, aber Hautveränderungen ausschließt.

UV-Strahlung und Hautkrebs
Um es ganz deutlich zu sagen: Ihre Haut vergisst nichts. Schon gar keinen Sonnenbrand. Oberflächlich betrachtet sieht es zwar aus, als hätte sich die Haut erholt, aber tief im Inneren zeigt sich, dass der Schaden, den der Sonnenbrand angerichtet hat, unwiderruflich ist. Wiederholen sich die Sonnenbrände, summieren und festigen sich die Schäden in den Hautzellen. Die Folge davon ist eine vorzeitige Hautalterung- und möglicherweise Hautkrebs. Eine täglich neue Prognose über die zu erwartende UV-Belastung durch die Sonne in den Sommermonaten können Sie hier abrufen.

Verschiedene Hautkrebsarten
Die Entstehung von Hautkrebs ist die schwerwiegendste Spätfolge der UV-Bestrahlung. Nach ihren Entstehungsorten werden folgende Hautkrebse unterschieden:

• Basalkarzinom

• Stachelzellkrebs

• Malignes Melanom ( schwarzer Hautkrebs )

Bei allen Hautkrebsarten hat in den letzten Jahren die Neuerkrankungsrate stark zugenommen, und keine Krebsart hat eine so starke Zunahme zu verzeichnen, wie der helle Hautkrebs. Beim Basalzellkarzinom und dem Stachelzellkarzinom (die auch als weisser oder heller Hautkrebs bezeichnet werden) wird die krebserregende Wirkung der UV-Strahlung dadurch deutlich, dass diese Hautkrebsarten vornehmlich in den Körperregionen entstehen, die dem Licht ausgesetzt sind. Derselbe klare Zusammenhang zwischen häufiger UV-Bestrahlung und Entstehung eines Hautkrebses besteht auch beim sogenannten Lentigo-maligna-Melanom, einer speziellen Form des schwarzen Hautkrebses, das nur dort auftritt, wo eine langjährige chronische UV-Bestrahlung stattfand. Die malignen Melanome treten sonst häufig auch an bedeckten Körperstellen auf.

Lichtempfindlichkeit
Strahlungsempfindliche Menschen haben ein dreifach höheres Risiko, ein Melanom zu entwickeln, als Menschen der Hauttypen III oder IV. Das Melanomrisiko bei hellhäutigen Menschen nimmt mit der Intensität der UV-Strahlen zu; diese Intensität hängt ab vom Einfallswinkel der Strahlen, von der geographischen Lage, der Jahres- und Tageszeit und der Körperhaltung. Melanompatienten haben in der Vorgeschichte häufiger Sonnenbrände gehabt, insbesondere als Kind.

Hauttyp Beschreibung
Reaktion auf Sonne – Bräunung in der Sonne – Reaktionzeit ohne Schutz
I

Haut: auffallend hell, blaß
Sommersprossen:
stark
Haare: rötlich
Augen: grün, blau, selten
braun
Typ: Isländer

immer schwer, schmerzhaft keine Bräunung; nach 1-2 Tagen weiß, Haut schält sich 10 Min.
II

Haut: etwas dunkler als Typ I
Sommersprossen:
selten
Haare: blond bis braun
Augen: blau, grün, grau
Typ: Norddeutscher

meistens schwer, schmerzhaft kaum, Haut schält sich 15 Min.
III

Haut: hellbraun
Sommersprossen: keine
Haare: dunkelblond, braun
Augen:
grau, braun
Typ: Süddeutscher

seltener, mäßig gut 20 Min.
IV

Haut: braun
Sommersprossen: keine
Haare: dunkelbraun, schwarz
Augen:
dunkel
Typ: Südeuropäer

kaum schnell und tief 30 Min.


Vorbeugung und Schutzmaßnahmen
Auch zur Vorbeugung lässt sich einiges tun: Hautärzte wissen mittlerweile, dass die Krebsrate ansteigt mit der Menge an Strahlen, die die Haut im jungen Alter abbekommt. Im Klartext: je mehr man als Kind der Sonne ausgesetzt war, desto größer sind die Chancen, später einen Hautkrebs zu entwickeln. Aber auch Erwachsene sollten vorsichtig sein. Deshalb gilt:
- vermeiden Sie die pralle Mittagssonne
- vor allem Kinder sollten nicht nackt der Sonne ausgesetzt werden, sondern leichte Kleidung tragen
- schützen Sie den Kopf mit einer Kappe oder einem Hut
- benutzen Sie Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor, der Ihrem Hauttyp entspricht
 
Früherkennung
Es ist von entscheidender Bedeutung ein Melanom früh zu erkennen. Die Erkrankung kann geheilt werden, wenn der Tumor noch nicht in tiefere Schichten der Haut eingedrungen ist. Je tiefer die Tumorzellen in die Lederhaut eindringen, um so höher wird das Risiko, die Zellen über das Lymph- und Blutgefäßsystem in andere Körperareale zu verschleppen und Metastasen auszulösen. Danach ist die Erkrankung nur schlecht zu beherrschen. Gerade daher ist eine regelmäßige Selbstkontrolle von großer Bedeutung. Sie sollten jegliche Veränderungen an Ihrer Haut, besonders der Leberflecken, aufmerksam beobachten und Ihren Arzt konsultieren. Insbesondere Patienten, die bereits an einem Melanom operiert wurden, sollten diese Vorsichtsmaßnahme befolgen, da Sie ein erhöhtes Risiko haben, ein zweites Melanom zu entwickeln. Gleiches gilt für Angehörige eines Melanompatienten. Manche Menschen haben sehr viele Leberflecken – wir wissen heute, daß diese Menschen ein hohes Risiko für die Entwicklung eines Melanoms haben. Auch diese Menschen müssen eine regelmäßige Selbstkontrolle durchführen und sollten sich mindestens einmal jährlich zur Muttermal-Kontrolle bei ihrem Hautarzt vorstellen.
 
Gerade bei bösartigen Erkrankungen der Haut, die sich äußerlich sichtbar entwickeln, bietet die regelmäßige Selbstbeobachtung eine große Chance, Krebs bereits in einem frühen Stadium zu entdecken. Dies gilt vor allem für die gefährlichste aller Hautkrebsarten, den schwarzen Hautkrebs. Sie sollten dabei vor allem Ihre Muttermale ( Pigmentmale ) im Auge behalten. Fast immer macht sich der schwarze Hautkrebs mit einer dieser sechs Signale bemerkbar:

• Ein Mal ist deutlich dunkler - bis hin zu braunschwarzer oder schwarzer Farbe; es hebt sich klar von anderen Malen ab.

• Ein Mal ist in Form und/oder Farbe unregelmäßig.

• Ein Pigmentmal verändert die Farbe, wird heller oder dunkler.

• Ein Mal hat bereits einen Durchmesser von 5mm erreicht ( etwas weniger als ein Bleistift ).

• Nach jahrelangem Stillstand wächst ein Pigment- mal plötzlich wieder sichtbar.

• Sie spüren ein bestehendes oder neues Pigmentmal - z. B. weil es brennt, juckt oder sogar blutet.

Hilfreich bei der Früherkennung des malignen Melanoms ist auch die Beurteilung von Pigmentmalen nach der sogenannten ABCD - Regel:

A - Das A steht für Asymmetrie.
Auffällig ist ein Fleck, der in seiner Form nicht gleichmäßig rund oder oval aufgebaut ist.

B - Das B bedeutet Begrenzung.
Die Begrenzung eines Pigmentmales sollte scharf und regelmäßig sein. Eine unscharfe d. h. wie verwaschen wirkende Begrenzung sollte ebenso Anlass zur Vorsicht sein wie unregelmäßige Ausfransungen und Ausläufer an einem Pigmentmal.

C - Das C bedeutet Colour ( = Farbe )
Auch das ist wichtig: Hat ein Muttermal mehrere Farbtönungen, muss es genau beobachtet werden.

D - Das D steht für Durchmesser.
Ein Pigmentmal, dessen Durchmesser größer als 5mm ist, sollte in jedem Fall beachtet werden.

Bei der regelmäßigen Kontrolle besteht die Chance, dass ein entstehender Krebs so frühzeitig erkannt wird, dass er geheilt werden kann, bevor er sich ausbreitet und lebensbedrohlich wird.

Hautcheck beim Dermatologen spürt Melanome am besten auf

Amerikanische Daten unterstreichen einmal mehr die Bedeutung des Hautkrebs-Screenings: Melanome werden nicht nur häufiger, sondern auch früher bei einer Routine-Inspektion des Dermatologen entdeckt als aufgrund eines Verdachts des Patienten.

Eine retrospektive Analyse der Daten von 126 Patienten mit einem malignen Melanom - davon 51 invasiv und 75 in situ - ergab: 56,3 Prozent der Melanome war bei einem Ganzkörper-Screening auf Initiative des niedergelassenen Dermatologen gefunden worden. Besonders wichtig: Eine größere Anzahl der so diagnostizierten Melanome befand sich in einem früheren und daher besser behandelbaren Stadium. Die Dermatologen entdeckten fünfmal so häufig wie die Patienten Melanome von weniger als 1 mm Dicke. Ein Hautkrebs-Screening könne demzufolge die Behandlungschancen verbessern und die Mortalität reduzieren helfen, schlussfolgern die Forscher. (Quelle: Kantor J et al: Routine dermatologist-performed full-body skin examination and early melanoma detection. Arch Dermatol. 2009; 145 (8): 873-6)

Selbstverständlich kann man seine Haut jederzeit beim Hautarzt auf eventuelle Veränderungen überprüfen lassen. Diese Praxis nimmt aber nicht am "Spar-Check" der gesetzlichen Krankenkassen teil, mit Ausnahme der BKK-Merck und der BKK HEAG. Genauere Information zu dieser Regelung für Kassenpatienten finden Sie auf der Seite Vorsorge. Privatpatienten sind von dieser Regelung nicht betroffen.
 
Weitere Informationen finden Sie auch hier.